| Vorwort |
| zur Neuauflage |
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Wissensvermittlung "for a new dental mind" |
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Wissen ist immer persönlich, sozial und subjektgebunden. Kinder müssen daher selbst erfahren (bzw. kennen lernen) und erforschen, und sich nicht nur fremde Zeugnisse zu eigen machen sowie Beobachtungen darüber. Wissen heißt nicht, über etwas viel zu reden, sondern etwas tun zu können. Wenn über Zahnpflege lediglich geredet wird, lässt bei Kindern schnell die Konzentration nach und Langeweile kommt auf. Nachhaltiges Wissen jedoch entsteht nur in einem ganzkörperlichen Austausch mit der Welt. "The mind is not in the head" sagt die neurophysiologische Hirnforschung. Sie hat nachgewiesen, dass die Synapsenbildung im Gehirn des Kleinkindes dann stattfindet, wenn es selbstwirksam, selbstbildend und aktiv beteiligt ist. (L1) Mit diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen
bestärken wir unseren Aufruf für ein Lernen mit allen Wahrnehmungssinnen
in der Gruppenprophylaxe: Unsere Erfahrungen in Schulen, Kindergärten und in der Erwachsenenbildung haben bestätigt, dass wir mit einem vernetzten Lernangebot unter Einbeziehung möglichst aller Sinne selbst aggressive und unmotivierte Kinder zu einem beständigen Lernerfolg führen können. Natürlich kann das nicht mit einem einzigen Besuch pro Schuljahr erreicht werden. Es ist ratsam, den Erzieherinnen und Lehrkräften spielerische Lernideen aus diesem Handbuch als Arbeitsmaterial zur Verfügung zu stellen oder zu empfehlen, damit Sie zu jeder Zeit Unterstützung haben. Denn mit den Anleitungen können Kigas und Schulen täglich freudevolle und vielseitige Rituale zur Mundhygiene und Ernährung unter Einsatz und Förderung aller Sinne durchführen.
Eine ebenso starke Gewichtigung erhielt der Aufbau von Sympathie für den Zahnarzt, denn eine kontrollierte Plaque-Entfernung kann nur durch einen regelmäßigen unbelasteten Zahnarztbesuch erreicht werden. Die Gruppenprophylaxe bereitet dies vor und ist eine unverzichtbare Basis für die Motivation zur Mundhygiene sowie eine wichtige Grundlage für das Vertrauen in die Individualprophylaxe. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen muss die positive Einstellung zur Individualprophylaxe und deren Durchführung schon im frühen Kindesalter beginnen, um kerngesunde Zähne zu erhalten. In den letzten Jahren hat sich das Verhalten der Kinder unter dem Einfluss der elektronischen Medien spürbar verändert. Sie sind zappeliger, konsumorientierter, unkonzentrierter und lauter als früher geworden. Die massiven Entwicklungsdefizite und der wachsende Anteil derjenigen Kinder, die des Deutschen nicht mächtig sind, machen ebenfalls ein Umdenken in der Gruppenprophylaxe notwendig. Mittlerweile sind es sogar mehr als die Hälfte der Kindergartenkinder, die ein sprachliches und motorisches Entwicklungsdefizit aufweisen. Der Anteil dieser Kinder hat sich in den letzten 20 Jahren versechsfacht. Sprache steht jedoch in enger Beziehung zur Feinmotorik, und die benötigen wir für aktives Kauen, Einspeicheln und die Zahnpflegesystematik. In der Arbeit mit jungen Menschen ist vor allem Flexibilität gefragt. Mit dem richtigen Arbeitsmaterial haben Sie die Chance, sich auf jedes Alter und dessen spezielle Bedürfnisse einzustellen, auf Tageslaunen, Alltagsschwierigkeiten etc. Dieses Handbuch ist bewusst so konzipiert, dass Sie Ihr gewohntes Unterrichtsmaterial einbauen und Ihren eigenen Stil beibehalten können. Bereichern Sie Ihren Unterricht mit entsprechenden Lernmodulen oder Teilen davon. Die Lernspiele lassen sich sofort in jedes bestehende Konzept integrieren. Die Lernspiele regen auch Ihre eigene Kreativität an und ermutigen Sie zu Experimenten und Veränderung. Je mehr neue und auch eigene Ideen Sie in Ihren Unterricht aufnehmen, desto stärker werden Sie motiviert und desto überzeugender sind Sie auch für Kinder, Eltern und Pädagogen. Sie finden in diesem Werk ebenfalls die bewährten Spielmodule der ersten Auflage in verbesserter Form wieder. Auch wir wollen der Wandlungsfähigkeit gerecht werden, die sich an den Bedingungen der Prophylaxe-Pädagogik orientiert. Wenn Sie über neue Lernspiele, Workshops und Theaterauftritte zur Mundgesundheit informiert werden möchten, schauen Sie regelmäßig in unser Prophylaxe-Center hinein. Mein besonderer Dank als Künstler und Autor gilt an dieser Stelle den europaweit nahezu 1.000 Prophylaxe-Fachkräften und ZahnärztInnen, die in den vergangenen 12 Jahren meine Workshops und Vorträge besucht haben. Ihr Mut, zu neuen Ufern aufzubrechen, das nur kognitive Lehren zu verlassen und ihre damit verbundenen Erfolgserlebnisse haben mich bestärkt, auf diesem Gebiet kreativ weiterzuarbeiten. Fachliche Kompetenz habe ich all den TeilnehmerInnen zu verdanken, die wichtige Punkte im persönlichen Gespräch mit mir erörtert haben. In den wissenschaftlichen Ausführungen stütze ich mich hauptsächlich auf die Werke Ökologie der Mundhöhle, Thieme Vlg. und Lehrbuch Prophylaxeassistentin, Urban & Fischer Vlg. Weitere Literaturhinweise finden Sie im Anhang. Abschließend möchte ich all jene, die in der Fortbildung tätig sind, ermutigen, diese Unterrichtsmodelle selbst auch weiter zu lehren und zu empfehlen. Ich bitte Sie jedoch darum, auf den Verfasser hinzuweisen. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern viel Freude und Erfolg. Bleiben Sie gesund.
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